Maschinenbau

Maschinenbau in Deutschland

Der Maschinenbau in Deutschland hat neben den Geisteswissenschaften schon früh einen historischen Stellenwert erlangt. Nicht umsonst wird Deutschland auch das Land der Denker und Tüftler genannt.
Hat aber die Geisteswissenschaft in Deutschland über die Jahrhunderte hinweg mehr und mehr an Bedeutung verloren, so konnte sich der Maschinenbau erfolgreich weiter entwickeln und stellt heute die größte Industriebranche in Deutschland dar. Mit ihren fast 6000 Unternehmen und fast 900 000 Beschäftigten ist sie vor allem auch der Motor des deutschen Exporterfolges.

Werden die täglichen Wirtschaftsnachrichten fast überwiegend von Großkonzernen und Banken beherrscht und vermitteln so den Eindruck einer marktbeherrschenden Dominanz, so sind es aber die vielen klein- und mittelständischen Unternehmen, die, meistens noch in Familienbesitz, mit ihrem Spezialwissen die Entwicklung dieses Industriesektors vorantreiben.

Es sind vor allem die kleineren Unternehmen, die hier dominieren. Fast 70 % der Unternehmen beschäftigen nicht mehr als 100 Mitarbeiter und nur etwa 2 % haben eine Größenordnung erreicht, die man, mit mehr als 1000 Mitarbeitern, halbwegs als größere Unternehmen einstufen könnte.
Wird in anderen Branchen Größe eher als strategischer Vorteil gesehen, so ist es gerade diese Aufsplittung in viele kleine, hoch spezialisierte Unternehmen, die den Erfolg des Maschinenbaus in Deutschland ausmacht. Denn es sind die kleinen Serien, die, genau auf die Kundenbedürfnisse zugeschnitten, letztlich den Wettbewerbsvorteil ausmachen. Daher finden sich auch viele Weltmarkführer unter ihnen.

Ob es sich dabei um Präzisionswerkzeuge und Werkzeugmaschinen oder Antriebs- und Fördertechnik oder Armaturen und Verpackungsmaschinen handelt, um nur ein paar der wichtigsten Gruppen zu nennen, überall ist der deutsche Maschinenbau führend und begründet so Deutschlands Ruf als Exportweltmeister, denn ca. 75 % der Gesamtproduktion geht ins Ausland. Mit einem Anteil am Gesamtwelthandel von fast 20 % (im Vergleich: USA 13 %) ist er daher auch Weltmarktführer.

Was ist das Geheimnis dieses Erfolgs?

Es sind vor allem die Mitarbeiter. Gut ausgebildet, hoch motiviert und bereit, auch den höchsten Ansprüchen zu genügen, sind sie die treibende Kraft hinter diesem Erfolg. Vor allem ein Heer von etwa 150 000 Ingenieuren und andere Spezialisten bildet dabei den Kern des Erfolgs.
War noch vor ein paar Jahren der Westen Deutschlands unbestrittener Vorreiter, so hat sich die Situation in der Zwischenzeit geändert. Im Osten Deutschlands hat der Maschinenbau enorm zugelegt und auch die westlichen Bundesländer mittlerweile bei den Wachstumsraten überflügelt. Davon profitieren dann auch weitere Branchen, wie Dienstleister und Zulieferer.

Die Investitionen in den letzten Jahren haben dazu geführt, dass hier nicht nur die Infrastruktur teilweise besser ist als im Westen, sondern über entsprechende Förderprogramme wurden neue Unternehmensgründungen initiiert, die sich bereits jetzt am Markt durchsetzen können. Die Verbesserung der allgemeinen Lebensbedingungen tragen ebenfalls dazu bei, gut ausgebildete und motivierte Fachkräfte anzulocken.
Hinzu kommen günstige Produktionskosten, die ihren Beitrag zur Wettbewerbsfähigkeit beisteuern. Der Maschinenbau wird daher zum Motor für die weitere Entwicklung in diesem Teil Deutschlands. Entsprechend der Situation im Westen spielt auch hier der Export die herausragende Rolle. Bereits heute liegt die Exportquote bei mehr als 40 %. Hier sind es vor allem die Länder Osteuropas und Russland, die aufgrund der historischen Beziehungen eine besondere Rolle spielen und wohl auch in Zukunft das weitere Wachstum ankurbeln werden.